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Die Ehe ist die höchste Form der Freundschaft (maxima amicitia). Zwischen Mann und Frau ist dies die höchste Form der Liebe, sie bedarf aber der Caritas, denn ohne Caritas gibt es keine höchste Form der Freundschaft, sondern sie wäre dann auch nur eine gute Freundschaft auf natürlicher Ebene. Die Caritas, die vollkommenste Form der Liebe (die Liebe zu Gott), erhöht und vervollständigt die Liebe zwischen Mann und Frau, sodass die höchste Form der Freundschaft möglich ist. Ohne Caritas stößt auch die höchste Form der Freundschaft zwischen Menschen an ihre Grenzen: durch Streit, Alter, Krankheit oder nachlassende Attraktivität.
Die höchste Form der Freundschaft ist also das Gefäß, und die Caritas ist der kostbare Inhalt.
Das Ganze wird von Christus erhöht und mit Gnade überschüttet, deswegen ist die Ehe sakramental. So wie Christus die Kirche niemals verlässt (selbst wenn sie „sündigt“ oder „hässlich“ wird), so gibt die Sakramentale Gnade den Eheleuten die Kraft, einander niemals zu verlassen.
Wie erkenne ich überhaupt die höchste Freundschaft? (Maxima Amicitia)
Haben wir dieselben grundlegenden Ziele?
Wollen wir eine Familie gründen? (Das natürliche Ziel ist immer die Zeugung von Kindern. Kinder sind ein äußeres Zeichen für die höchste Freundschaft, exklusiv mit keinem anderen und können auch nicht rückgängig gemacht werden, sie bezeugen es das ganze Leben lang und sind ein Geschenk Gottes)
Streben wir beide nach der Tugend? (Die Tugend ist eine gewohnheitsmäßige und feste Neigung, das Gute zu tun, die den Menschen befähigt, nicht nur gute Handlungen auszuführen, sondern sein Bestes zu geben. Sie ist eine stabile Vollkommenheit des Intellekts und Willens, die unsere Handlungen leitet, die Leidenschaften ordnet und unser Verhalten gemäß Vernunft und Glauben richtet.)
Ist dies die Person, mit der ich dieses Ziel des Guten am besten erreiche? (Man prüft mit der Vernunft: Ist dieser Mensch der beste Gefährte, mit dem ich eine echte Tugendfreundschaft bilden kann, um gemeinsam heilig zu werden und das höchste Gut (Gott) zu schauen im ewigen Leben – und umgekehrt?)
Binden wir uns auf Lebenszeit? (Wenn immer die Option des Verlassens besteht, sinkt die Qualität der Liebe drastisch. Weil der Partner sich immer ein wenig zurückhält und nicht alles offenlegt (Plan B), deswegen ist die Ehe die höchste Form der Freundschaft, weil sie im Bund des Sakramentes der Ehe durch Christus unauflöslich wird, nur der Tod löst diesen Bund (anders als beim Standesamt, wo der Partner einfach die Ehe beenden kann).
Ich lasse hier den heiligen Thomas Aquin selbst sprechen:
Vom Autor festgelegte Folgetexte in Lesereihenfolge — zum Weiterlesen und zur inhaltlichen Einordnung.
„Das Lieben besteht eigentlich darin, dass man jemandem Gutes will. [...] Wer also etwas liebt mit der Liebe des Begehrens, der liebt es nur insofern, als er es als sein Gut will. Wer aber mit der Liebe der Freundschaft liebt, der will dem Freund das Gute so, wie er es sich selbst will; und deshalb erfasst er den Freund als sein anderes Ich (alter ego).“
Summa Theologiae (I-II, q. 26, a. 4)
Ein häufiger moderner Einwand ist: "Aber ist man dann noch frei?" Ich antworte: Die höchste Freiheit besteht darin, sich so fest an das Gute zu binden, dass man nicht mehr davon abweichen will. Wer sich heute für A entscheidet, morgen für B und übermorgen für C, ist nicht frei, sondern ein Sklave seiner wechselhaften Impulse (Passiones). Der Mensch, der sich unauflöslich bindet, zeigt die höchste Form der menschlichen Freiheit: Die Herrschaft der Vernunft und des Willens über den Zufall.
Betrachtet man abschließend dieses Ideal, wird der Riss in unserer heutigen Zeit offensichtlich.
Da die Mehrheit zurück ins Heidentum abfällt und in Apostasie lebt, herrscht in der sichtbaren Ordnung ein gewisser Widerspruch: Der Mensch trägt Titel (wie Ehemann oder Christ), die er nicht mehr ausfüllt. Er sagt und tut Dinge, die er nicht versteht, weil eine gewisse Ignoranz herrscht (Ignorantia vincibilis – eine schuldhafte, überwindbare Unwissenheit).
Dies lässt Gott zu als Teil der gerechten Strafe zu; Er überlässt den Menschen sich selbst. Dies geschieht jedoch als Poena medicinalis (als heilende Strafe). Das Leid, das aus der Trennung und dem Zerfall der Familien erwächst, ist die bittere Medizin, die den Menschen zur Umkehr bewegen soll, bevor er sich endgültig verliert. Die Konsequenzen bleiben real und sind Teil der menschlichen Freiheit.
Der größte Irrtum des modernen Menschen ist die Superbia (der Stolz): dass er denkt, er könne alleine für sich sorgen und alles läge in seiner Hand. Die Kirche betont jedoch, dass Gott selbst in der tiefsten Apostasie noch die Natur des Menschen aufrechterhält (das Gute im Sein), damit eine Rückkehr überhaupt möglich bleibt.
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Zum Schlusse der ganzen Erörterung wollen wir ein göttliches Gericht oder Zeugnis beifügen. Denn Gott zeigte, nach Entstehung der Spaltung, auf vielfache Art, ob die Griechen irrten oder die Lateiner. Bis zur Zeit der Spaltung hatte Griechenland eine solche Blüte von gelehrten und heiligen…
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Aber es ist notwendig, ihre Einwürfe zu widerlegen. Der erste lautet: die dritte allgemeine Synode verbot jede Änderung an dem Symbol, denn es steht am Ende des Conciliums: „Die hl. Synode setzte fest, dass es niemanden erlaubt sei, einen anderen Glauben vorzutragen oder schriftlich zu verfassen,…
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Noch habe ich zu zeigen, dass die Lateiner durch die Hinzufügung jenes Teiles „Und vom Sohne“ das Symbol erklären konnten und mussten. Zuerst will ich nun zeigen, dass sie es tun mussten. Sodann, dass die Lateiner es ohne die Griechen konnten. Dass das Symbol erklärt werden müsse, erhellt nun…
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Der Mensch lebt vom Gesetz, baut Staaten darauf, sperrt Menschen lebenslang ein – und empört sich über Gottes Gesetz. Dieser Widerspruch ist kein Versehen. Er ist Herzensblindheit. Eine Analyse, die anklagt.
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Gott ist in allem zu gehorchen, weil er Ursprung aller Wahrheit, Gerechtigkeit und Ordnung ist. Seine Gebote widersprechen nie der Tugend, auch wenn sie menschlich schwer verständlich erscheinen. Wahrer Gehorsam heißt zu wollen, was Gott von uns will
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Gehorsam ist nicht blindes Unterwerfen, sondern Teil der von Gott geordneten Ordnung. Wie in der Natur Höheres das Niedere lenkt, so sollen Menschen rechtmäßiger Autorität folgen. Freier Wille bleibt bestehen, denn wahrer Gehorsam kann freiwillig und