Suppl., q. 37 a. 3
Ob die Weihe in heilige und nicht heilige unterteilt werden sollte?
Quaestio 37 · Von der Unterscheidung der Weihen, ihren Handlungen und der Einprägung des Charakters.
Einwand 1: Es scheint, dass die Weihen nicht in solche, die heilig sind, und solche, die es nicht sind, unterteilt werden sollten. Denn alle Weihen sind Sakramente, und alle Sakramente sind heilig. Daher sind alle Weihen heilig.
Einwand 2: Ferner wird ein Mensch durch die Weihen der Kirche zu keinen anderen als zu göttlichen Ämtern bestellt. Nun sind alle diese heilig. Daher sind auch alle Weihen heilig.
Dagegen spricht, dass die heiligen Weihen ein Hindernis für das Eingehen einer Ehe sind und die bereits geschlossene Ehe annullieren. Aber die vier niederen Weihen verhindern weder das Eingehen noch annullieren sie den Vertrag. Daher sind diese keine heiligen Weihen.
Ich antworte darauf, dass eine Weihe auf zwei Weisen heilig genannt wird. Erstens in sich selbst, und so ist jede Weihe heilig, da sie ein Sakrament ist. Zweitens aufgrund der Materie, über die sie eine Handlung ausübt, und so wird eine Weihe heilig genannt, wenn sie eine Handlung über eine geweihte Sache ausübt. In diesem Sinne gibt es nur drei heilige Weihen, nämlich das Priestertum und den Diakonat, die eine Handlung über den geweihten Leib und das Blut Christi ausüben, und den Subdiakonat, der eine Handlung über die geweihten Gefäße ausübt. Weshalb ihnen Enthaltsamkeit auferlegt ist, damit diejenigen, die heilige Dinge berühren, selbst heilig und rein seien.
Dies genügt für die Antworten auf die Einwände.