Suppl., q. 34 a. 4
Ob die Form dieses Sakraments passend ausgedrückt ist?
Quaestio 34 · Vom Sakrament der Weihe hinsichtlich seines Wesens und seiner Teile.
Einwand 1: Es scheint, dass die Form dieses Sakraments im Text (Sent. IV, D. 24) unpassend dargelegt ist. Denn die Sakramente nehmen ihre Wirksamkeit aus ihrer Form. Nun ist die Wirksamkeit der Sakramente aus der göttlichen Kraft, die unser Heil in ihnen auf verborgenste Weise wirkt. Daher sollte die Form dieses Sakraments eine Erwähnung der göttlichen Kraft durch die Anrufung der Trinität enthalten, wie in den anderen Sakramenten.
Einwand 2: Ferner kommt das Befehlen demjenigen zu, der Autorität hat. Nun übt der Spender des Sakraments keine Autorität aus, sondern nur einen Dienst. Daher sollte er nicht den Imperativ verwenden, indem er sagt: „Tu“ oder „Empfange“ dies oder jenes, oder einen ähnlichen Ausdruck.
Einwand 3: Ferner sollte in der sakramentalen Form nur das erwähnt werden, was zum Wesen des Sakraments gehört. Aber der Gebrauch der empfangenen Vollmacht gehört nicht zum Wesen dieses Sakraments, sondern folgt daraus. Daher sollte er in der Form dieses Sakraments nicht erwähnt werden.
Einwand 4: Ferner ordnen uns alle Sakramente auf einen ewigen Lohn hin. Aber die Formen der anderen Sakramente erwähnen keinen Lohn. Daher sollte auch in der Form dieses Sakraments keine Erwähnung davon gemacht werden, wie in den Worten: „Da du Anteil haben wirst, wenn du treu“, usw.
Ich antworte darauf, dass dieses Sakrament hauptsächlich in der verliehenen Vollmacht besteht. Nun wird Vollmacht durch Vollmacht verliehen, wie Gleiches aus Gleichem hervorgeht; und wiederum wird Vollmacht durch ihren Gebrauch bekannt gemacht, da Vollmachten durch ihre Akte offenbart werden. Daher wird in der Form des Ordo der Gebrauch des Ordo durch die Handlung ausgedrückt, die befohlen wird; und die Verleihung der Vollmacht wird durch die Verwendung des Imperativs ausgedrückt.
Antwort auf Einwand 1: Die anderen Sakramente sind nicht hauptsächlich auf Wirkungen hingeordnet, die der Vollmacht ähnlich sind, durch welche die Sakramente gespendet werden, wie es bei diesem Sakrament der Fall ist. Daher gibt es in diesem Sakrament eine Art universale Mitteilung. Deshalb wird in den anderen Sakramenten etwas seitens der göttlichen Kraft ausgedrückt, der die Wirkung des Sakraments angeglichen wird, aber nicht in diesem Sakrament.
Antwort auf Einwand 2: [Es gibt einen besonderen Grund, warum dieses Sakrament, eher als die anderen, unter Verwendung des Imperativs gespendet wird. Denn]* obwohl der Bischof, der der Spender dieses Sakraments ist, keine Autorität in Bezug auf die Verleihung dieses Sakraments hat, hat er dennoch eine gewisse Vollmacht in Bezug auf die Vollmacht des Ordo, welche Vollmacht er verleiht, insofern sie von seiner abgeleitet ist. [*Der Satz in Klammern steht nicht in der Leonina-Ausgabe.]
Antwort auf Einwand 3: Der Gebrauch der Vollmacht ist die Wirkung der Vollmacht in der Gattung der Wirkursache, und unter diesem Gesichtspunkt hat er keinen Grund, in der Definition des Ordo erwähnt zu werden. Aber er ist gewissermaßen eine Ursache in der Gattung der Zweckursache, und unter diesem Gesichtspunkt kann er in die Definition des Ordo aufgenommen werden.
Antwort auf Einwand 4: Hier besteht ein Unterschied zwischen diesem und den anderen Sakramenten. Denn durch dieses Sakrament wird ein Amt oder die Vollmacht, etwas zu tun, verliehen; und so ist es passend, dass der zu erlangende Lohn erwähnt wird, wenn es treu verwaltet wird. Aber in den anderen Sakramenten wird kein solches Amt oder keine solche Vollmacht zum Handeln verliehen, und so wird in ihnen kein Lohn erwähnt. Dementsprechend verhält sich der Empfänger in Bezug auf die anderen Sakramente gewissermaßen passiv, weil er sie nur zur Vervollkommnung seines eigenen Zustandes empfängt, während er sich in Bezug auf dieses Sakrament gewissermaßen aktiv verhält, da er es um der Ausübung hierarchischer Pflichten in der Kirche willen empfängt. Daher, obwohl die anderen Sakramente allein durch die Tatsache, dass sie Gnade geben, den Empfänger auf das Heil hinordnen, ordnen sie ihn eigentlich gesprochen nicht auf einen Lohn hin, in derselben Weise wie dieses Sakrament.