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Gratisschriften zum katholischen Glauben — Nimm und lies! · Die aufgeführten Schriften besitzen die kirchliche Druckerlaubnis. Sie eignen sich für Schriftenstände, den Unterricht und die Katechese sowie für jede Form von Apostolat.
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Nach der verbindlichen Lehre der Katholischen Kirche und der Philosophie des Thomas von Aquin ist der Mensch in einem fundamentalen und ontologischen Sinne dazu berufen, Ordnung zu schaffen. Dieser Auftrag ist keine bloße kulturelle Aufgabe, sondern er wurzelt tief in der Gottebenbildlichkeit des Menschen (Imago Dei). Da Gott selbst kein Gott der Unordnung, sondern der höchsten Vernunft (Logos) und Weisheit ist, hat Er die Welt in einer wunderbaren Ordnung erschaffen (Ordo universi). Der Mensch, als das einzige Geschöpf, das mit Verstand und freiem Willen begabt ist, wurde von Gott als sein Statthalter in diese Welt gestellt, um an der göttlichen Vorsehung aktiv teilzunehmen. Das „Ordnen“ ist somit der eigentliche Ausdruck der menschlichen Würde und ein Akt der Nachahmung Gottes: Der Mensch soll das, was Gott im Keim angelegt hat, durch seine Vernunft zur Entfaltung und Vollendung bringen. Thomas von Aquin bringt dies auf den prägnanten Punkt: „Sapientis est ordinare“ – es ist das Wesen des Weisen, zu ordnen.
Dieser umfassende Schöpfungsauftrag erstreckt sich in seiner ganzen Tiefe auf vier wesentliche Bereiche, die untrennbar miteinander verbunden sind. Zuerst und vor allem muss der Mensch die Ordnung in sich selbst herstellen. Dies beginnt mit der Ordnung des Denkens (Logik), damit die Vernunft die Wahrheit unverfälscht erkennt und nicht dem Irrtum verfällt. Darauf baut die moralische Ordnung auf: Der Mensch ist berufen, seine Triebe, Leidenschaften und seinen Willen so zu ordnen, dass sie nicht blind wüten, sondern von der Vernunft geleitet auf das Gute hinzielen. Diese innere „Ordnung der Liebe“ (Ordo amoris) ist die Voraussetzung für jede Tugend und jeden inneren Frieden.
Erst wenn der Mensch in sich geordnet ist, kann er diesen Auftrag im Außen verwirklichen, nämlich in der Ordnung der Gemeinschaft. Hier ist er verpflichtet, das soziale Zusammenleben durch Recht und Gerechtigkeit so zu gestalten, dass es dem Gemeinwohl (Bonum commune) dient. Nach der Definition des heiligen Augustinus ist der wahre Frieden nämlich nichts anderes als die „Ruhe der Ordnung“ (Tranquillitas ordinis). Diese soziale Ordnung ist kein Selbstzweck, sondern soll den Raum schaffen, in dem Menschen in Freiheit und Würde leben und Gott dienen können.
Schließlich erstreckt sich dieser göttliche Auftrag auf die Ordnung der materiellen Welt durch Arbeit, Technik, Kunst und Kultur. Der biblische Befehl, die Erde zu „bebauen und zu bewahren“ (Genesis 2,15), bedeutet, die verborgenen Potenziale der Schöpfung zu heben und die Natur sinnvoll zu gestalten. Der Mensch darf die Welt nicht willkürlich ausbeuten, sondern er soll sie als treuer Verwalter so ordnen, dass sie dem Menschen dient und zugleich die Herrlichkeit des Schöpfers widerspiegelt.
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