Da antwortete Bildad von Schuach und sprach:
Wie lange noch willst du so reden?Ein wilder Sturm sind deines Mundes Worte.
Beugt etwa Gott das Recht?Beugt der Allmächtige denn die Gerechtigkeit?
Haben deine Söhne gegen ihn gesündigt,gab er sie ihrem eigenen Frevel preis.
Wenn du selbst nach Gott suchstund zum Allmächtigen um Gnade flehst,
wenn du lauter bist und redlich,dann hält er Wache über dichund stellt dein Heim gebührend wieder her.
Wäre auch dein erstes Glück gering gewesen,dein Ende wäre groß und herrlich.
Denn frage nur das frühere Geschlecht,und merke dir, was ihre Väter forschten.
Wir sind von gestern nur und wissen nichts.Wie Schatten sind auf Erden unsre Tage.
Lehren sie dich etwa nicht und sprechen nicht zu dir,und bringen sie aus ihrem Wissen keinen Spruch hervor:
Schießt denn das Schilfrohr ohne Sumpf empor?Wächst denn das Riedgras ohne Wasser auf?
Noch ist's in Blüte, für den Schnitt nicht reif,und doch verdorrt es schon vor allen Gräsern.
So geht es allen, die Gott vergessen.Zunichte wird des Gottlosen Erwartung.
Nur Sommerfäden bilden seine Hoffnung,ein Spinngewebe seine Zuversicht.
Er stützt sich auf sein Haus, es hält nicht stand;er greift danach, doch bleibt es nicht bestehen.
Im Sonnenlichte steht er voller Saft,den Garten überwuchern seine Sprossen.
Im Steingeröll verflechten seine Wurzeln sich;zwischen Steinen hält er sich fest.
Entreißt man ihn von seiner Stätte,verleugnet sie ihn: Niemals sah ich dich.
Fürwahr, so wird er auf dem Weg verkommen,und Fremde sprossen aus dem Boden auf.
Sieh, Gott verwirft den Frommen nicht,noch hält er fest die Hand der Übeltäter.
Mit Lachen wird er deinen Mund noch füllenund deine Lippen mit Jubelsang.
Doch die dich hassen, kleiden sich in Schande;das Zelt der Übeltäter wird verschwinden.