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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Skrupel rauben den Frieden der Seele. Die Lehre der Heiligen ist klar: Wer einem gelehrten, frommen Beichtvater gehorcht, geht den sichersten Weg. Warum Skrupulanten ihre Angst verachten sollen – und der Herr den Gehorsamen nie verlässt.

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Die ganze Angst der Skrupulanten besteht in der Furcht, dass sie beim Handeln nicht schon aus Skrupel handelten, sondern mit dem Zweifel, zu sündigen, und deshalb in die Sünde fielen. Sie müssen aber vor allem begreifen, dass derjenige, der aus Gehorsam gegen einen gelehrten und frommen Beichtvater handelt, nicht nur nicht mit Zweifel handelt, sondern mit der größten Sicherheit, die man auf Erden haben kann, gestützt auf das göttliche Wort Jesu Christi, dass derjenige, der seine Diener hört, ihn selbst hört: Qui vos audit, me audit.1 Daher sagt der heilige Bernhard: Quicquid vice Dei praecepit homo, quod non sit tamen certum displicere Deo, haud secus omnino accipiendum est, quam si praecipiat Deus.2
Es ist gewiss, dass der Beichtvater in Bezug auf die besondere Leitung des Gewissens der rechtmäßige Vorgesetzte ist, wie der heilige Franz von Sales mit allen Meistern des geistlichen Lebens sagt.3 Es sagt indes P. Pinamonti in seinem „Geistlichen Leiter“: „Man muss die Skrupulanten begreifen lassen, dass in der Unterwerfung des Willens unter die Diener des Herrn die größte Sicherheit liegt in allem, was nicht offenkundige Sünde ist. Man lese die Lebensbeschreibungen der Heiligen, und man wird finden, dass sie keinen sichereren Weg erkannt haben als den des Gehorsams. Die Heiligen zeigen, dass sie der Stimme des Beichtvaters mehr vertrauen als der unmittelbaren Stimme Gottes; und die Skrupulanten wollen sich mehr auf ihr eigenes Urteil stützen als auf das Evangelium, das uns versichert: ‚Qui vos audit me audit.‘“4
Der selige Heinrich Seuse sagt, dass Gott von uns keine Rechenschaft über das fordert, was aus Gehorsam getan wurde.5 Dasselbe sagte der heilige Philipp Neri: Wer im Weg Gottes Fortschritte machen will, möge sich einem gelehrten Beichtvater unterwerfen und ihm an Gottes Statt gehorchen; wer so handelt, ist sicher, dass er Gott über die Handlungen, die er tut, keine Rechenschaft ablegen muss. Er sagte ferner: Man solle zum Beichtvater Vertrauen haben, denn der Herr werde ihn nicht irren lassen. Es gebe nichts Sichereres, um die Schlingen des Teufels zu zerschneiden, als den Willen eines anderen im Guten zu tun; und nichts Gefährlicheres, als sich nach der eigenen Meinung leiten lassen zu wollen.6 Dies bestätigt der heilige Johannes vom Kreuz, der im Namen des Herrn spricht: Wenn du den Beichtvätern gegenüber untreu bist, so bist du es mir gegenüber, der ich gesagt habe: „Wer euch verachtet, verachtet mich.“ Und weiter in Nr. 8: Sich mit dem, was der Beichtvater sagt, nicht zufriedenzugeben, ist Hochmut und Mangel an Glauben.7 Man muss also diese gewisse Zuversicht haben, dass jeder im Gehorsam gegenüber dem geistlichen Vater sicher sein kann, nicht zu sündigen. Das größte Heilmittel gegen die Skrupel (sagt der heilige Bernhard) ist der blinde Gehorsam gegenüber dem Beichtvater.8 Johannes Gerson erzählt, dass derselbe heilige Bernhard einem skrupulösen Schüler von ihm sagte, er solle im Vertrauen auf ihn zelebrieren gehen: Jener ging hin und wurde von den Skrupeln geheilt. Aber mancher wird sagen (sagt Gerson): „Wollte Gott, ich hätte einen heiligen Bernhard zum Seelenführer; mein Führer aber ist von mittelmäßiger Weisheit.“ Und er antwortet: Quisquis ita dicis erras: non enim te commisisti in manibus hominis, quia litteratus etc., sed quia tibi est praepositus. Quamobrem obedias illi, non ut homini, sed ut Deo.9 Daher sagt die heilige Teresa mit gutem Grund: Die Seele nehme sich den Beichtvater mit dem Entschluss, nicht mehr an unsere Entschuldigung zu denken, sondern den Worten des Herrn zu vertrauen: Quis vos audit me audit. Der Herr schätzt diese Unterwerfung so sehr, dass er, auch wenn wir es mit tausend Kämpfen tun, indem uns das, was geurteilt wird, als Unsinn erscheint, ob mit Pein oder ohne Pein, uns so sehr hilft usw. Und sie fährt fort, dass wir dann seinem göttlichen Willen wohlgefallen.10
Daher sagt der heilige Franz von Sales, indem er von der Leitung durch den geistlichen Vater spricht, damit man sicher auf dem Weg Gottes gehe: „Dies ist die Mahnung der Mahnungen: Soviel ihr auch sucht, sagt der fromme Avila, ihr werdet den Willen Gottes niemals so sicher finden wie auf dem Weg dieses demütigen Gehorsams, der von allen frommen Alten so sehr empfohlen und geübt wurde. Daher sagte P. Alvarez: Auch wenn der geistliche Vater einem Irrtum verfiele, so ist sie sicher, nicht zu irren, denn sie hält sich an das Urteil dessen, den Gott ihr zum Vorgesetzten gegeben hat.“[^11] Und dasselbe schrieb P. Nieremberg: „Er gehorche dem Beichtvater, und dann sündigt er nicht, auch wenn die Sache Schuld wäre, wer mit der Absicht handelt, dem zu gehorchen, den er an Gottes Statt hält, in der Überzeugung, wie es ja ist, dass er verpflichtet ist, ihm zu gehorchen.“12 Denn, wie P. Rogacci und P. Lessius sagen, ist der Beichtvater für uns der Ausleger des göttlichen Willens. Und dies wird auch von der Glosse bestätigt: Si vero dubium sit praeceptum, propter bonum obedientiae excusatur a peccato, licet in veritate sit malum.1314 Und im Kapitel Inquisitioni, De sent. exc., wird aus demselben Text der Gehorsam gegenüber dem Beichtvater gerühmt, indem gesagt wird, dass die Skrupel debent abdicari ex pastoris sui consilio.15
Der heilige Franz von Sales gab den Skrupulanten drei Maximen von großem Trost.16 Erstens: Nie ist ein Gehorsamer verloren gegangen. Zweitens: Man soll sich damit zufriedengeben, vom geistlichen Vater zu erfahren, dass man gut geht, ohne die Erkenntnis davon zu suchen. Drittens: Das Beste ist, blind unter der göttlichen Vorsehung zu gehen, inmitten der Finsternis und Ungewissheit in diesem Leben. Und deshalb schließen alle Moraltheologen gemeinhin mit dem heiligen Antoninus, Navarrus, Silvester usw., dass der Gehorsam gegenüber dem Beichtvater die sicherste Regel ist, um auf dem Weg Gottes gut zu gehen. Und dies, sagt P. Tirillus mit P. La Croix, ist die allgemeinste Lehre der heiligen Väter und der Meister des geistlichen Lebens.17
Zweitens müssen die Skrupulanten wissen, dass sie nicht nur sicher gehen, wenn sie gehorchen, sondern dass sie verpflichtet sind, ihrem Seelenführer zu gehorchen und den Skrupel zu verachten, indem sie in ihren Zweifeln frei handeln. So lehrt es Natalis Alexander: Quod autem scrupuli aspernari debeant, accedente prudentis, pii, doctique directoris iudicio, et contra illos sit agendum, constat ex c. Inquis, etc., ut supra.18 So P. Wigandt: Non peccat qui agit contra scrupulos, immo aliquando est praecepti, praesertim si accedit confessarii judicium.[^19] So diese Autoren, obwohl sie Anhänger der strengen Meinung sind. Und so gemeinhin die Lehrer.20 Und der Grund ist, dass der Skrupulant, wenn er seine Skrupel nicht überwindet, in Gefahr steht, der Erfüllung seiner Pflichten oder wenigstens seinem geistlichen Fortschritt ein schweres Hindernis in den Weg zu legen und auch den Verstand, die Gesundheit und das Gewissen zu verlieren, durch Verzweiflung oder durch Laxheit. Daher tadelt der heilige Antoninus mit Gerson den Skrupulanten, der aus eitler Furcht nicht gehorcht, wenn es gilt, die Skrupel zu überwinden, mit den Worten: Caveas ad extremum, ne dum quaeris securitatem, in gravem ruas praecipitationis foveam.[^21] Gib acht (sagt er), dass du nicht, indem du mit allzu großer Sicherheit gehen willst, in dein Verderben fällst.
Deshalb sagt der genannte P. Wigandt, dass der Skrupulant seinem Seelenführer stets gehorchen muss, sofern das Gebot nicht offenkundige Sünde ist: Nisi contra Deum (director) praecipiat aperte.22 Und dass jeder in zweifelhaften Dingen verpflichtet ist, seinem Oberen zu gehorchen, sofern es nicht offenkundige Sünde ist, ist die allgemeine und sichere Meinung bei den Lehrern. Und es wird bewiesen mit dem heiligen Bernhard durch die am Anfang angeführte Stelle: Quidquid vice Dei, etc. Mit dem heiligen Ignatius von Loyola, der sagt: Obediendum in omnibus ubi peccatum non cernitur.23 Idest in quibus nullum manifestum est peccatum.24 Ferner mit dem seligen Humbert, dem Generaloberen der Predigerbrüder, der sagt: Nisi aperte sit malum quod praecipitur, accipiendum est ac si a Deo praeciperetur.25 Ferner mit dem seligen Dionysius dem Kartäuser: In dubiis, an sit contra praeceptum Dei, standum est praecepto praelati; quia etsi contra Deum, attamen propter obedientiae bonum non peccat subditus.26 Mit dem heiligen Bonaventura.[^27]
Deshalb sagt Johannes Gerson: Scrupulosis contra scrupulos agendum est, et fixo operis pede certandum. Scrupulos compescere melius quam per contemtum nequimus, et regulariter non absque alterius et praesertim superioris consilio. Alioquin timor immoderatus aut inconsulta praesumptio praecipitat.28 Er sagt, dass man den Skrupel mit festem Fuß überwinden muss. Dies war daher das Heilmittel, das der heilige Philipp Neri den Skrupulanten gab: sie dazu zu bringen, die Skrupel zu verachten. So steht es in seinem Leben geschrieben: „Außer dem gewöhnlichen Heilmittel, sich in allem und jedem dem Urteil des Beichtvaters zu überlassen, gab er noch ein anderes, nämlich die Seinen zu ermahnen, die Skrupel zu verachten. Daher verbot er solchen Personen, oft zu beichten; und wenn sie beim Beichten in Skrupel gerieten, pflegte er sie zur Kommunion zu schicken, ohne sie anzuhören.“29
Um also zu schließen: Der Skrupulant soll sich den Gehorsam vor Augen stellen, die Furcht vor dem Skrupel für eitel halten und so frei handeln. Und dazu ist es nicht notwendig, wie die Lehrer sagen, Busenbaum[^30] mit Sanchez, Bechmann, Reginaldus, Filliucius, dass er bei jeder einzelnen Handlung ausdrücklich das Urteil fällt, dass dies Skrupel sei oder dass er dem Beichtvater gehorchen müsse, indem er ihn verachtet; sondern es genügt, dass er gegen ihn aufgrund des zuvor gefällten Urteils handelt; denn aus der Erfahrung, die er in seinem Gewissen immer gemacht hat, ist habituell oder virtuell dasselbe Urteil vorhanden, wenn auch dunkel und verworren. Daher fügt La Croix31 hinzu, und Tamburini32 mit Vasquez, Valentia usw., dass der Skrupulant, wenn er in jener Dunkelheit die Furcht nicht so schnell ablegen und den Gehorsam gegenüber dem Beichtvater nicht klar bedenken könnte (was gewisse bedrängte und ratlose Gewissen wegen der Furcht, die sie beengt, beim Ablegen des Skrupels fast unmöglich vermögen), dann nicht sündigt, auch wenn er mit tatsächlicher Furcht zu sündigen handelt. Der Grund ist, dass er, da er schon vorher ein solches Urteil über derartige Skrupel und über den ihm gegebenen Gehorsam, sie zu verachten, gehabt hat, gewiss auch dann als im Besitz dieses Urteils anzusehen ist, wenn er es im Ansturm der Furcht in dem Augenblick nicht bemerkt. Diese Furcht aber muss der Skrupulant dann verachten, weil eine solche Furcht kein wahres Gebot des Gewissens bildet. So bestätigt und rät es Gerson offen: Conscientia formata est, quando post discussionem et deliberationem ex definitiva sententia rationis iudicatur aliquid faciendum aut vitandum: et contra eam agere est peccatum. Timor vero seu scrupulus conscientiae est quando mens inter dubia vacillat, nesciens ad quid potius teneatur, non tamen vellet omittere quod sciret esse placitum divinae voluntati, et iste timor, quam fieri potest, abiiciendus et extinguendus.33 Gerson sagt also im Wesentlichen: Man sündigt dann, wenn man mit praktischem Zweifel handelt, wenn der Zweifel aus einem gebildeten Gewissen hervorgeht; dieses gebildete Gewissen aber liegt dann vor, wenn jemand nach Prüfung der Umstände mit endgültigem Urteilsspruch bewusst urteilt, was er zu tun verpflichtet ist und was er nicht tun darf; und dann sündigt er, wenn er gegen ein solches Gewissen handelt. Wenn aber der Geist zweifelnd und schwankend ist und dennoch nichts tun will, was Gott missfällt, so ist dies, sagt Gerson, kein wahrer Zweifel, sondern eitle Furcht, die man, soweit es möglich ist, verwerfen und verachten muss. Wenn also beim Skrupulanten der habituelle Wille, Gott nicht beleidigen zu wollen, gewiss ist, dann sündigt er nach Gerson gewiss nicht, wenn er im Zweifel handelt; und mit Recht, denn dann ist dies eitle Furcht, aber kein wahrer Zweifel, wenn er sie auch als Zweifel auffasst. Gewiss ist dagegen, dass zur Begehung einer Todsünde volle Aufmerksamkeit von Seiten des Verstandes und vollkommene, überlegte Zustimmung von Seiten des Willens erforderlich sind, indem man eine Handlung will, die Gott schwer beleidigt. Dies ist unbezweifelbare und gemeinsame Lehre aller Theologen bei den Salmantizensern34, auch der Strengsten, wie Juenin, Habert und des überaus strengen Genet, der so sagt: Quod si aliqua insit deliberatio, sed imperfecta, erit peccatum veniale, non mortale.35 Und so lehren es alle übrigen mit dem heiligen Thomas, der sagt: Potest quod est mortale esse veniale propter imperfectionem actus, quia non plane pertingit ad perfectionem actus moralis, cum non sit deliberatus, sed subitus.36
Die skrupulösen Seelen sollen also dieses Kreuz mit Ergebung tragen und in ihren größten Ängsten nicht verzagen, die Gott zu ihrem Nutzen zu geben oder zuzulassen pflegt, damit sie demütiger werden; sie sollen sich besser vor den gewiss und schwer gefährlichen Gelegenheiten hüten, sich öfter dem Herrn anempfehlen und vollkommener auf die göttliche Güte vertrauen. Sie sollen indessen oft zu Maria, der allerseligsten Jungfrau, Zuflucht nehmen, die Mutter der Barmherzigkeit und Trösterin der Betrübten heißt und ist. Sie sollen die Beleidigung Gottes fürchten, wo sie sie gewiss erkennen; aber unter der Voraussetzung, dass sie fest entschlossen sind, lieber tausendmal zu sterben, als die göttliche Gnade zu verlieren, sollen sie vor allem fürchten, den Gehorsam gegenüber ihren Seelenführern zu verfehlen; und wenn sie dagegen blind gehorchen, sollen sie sicher sein, dass jener Herr sie nicht verlassen wird, der will, dass alle gerettet werden, und die guten Willensregungen liebt und niemals einen wahrhaft Gehorsamen zugrunde gehen lässt.
Nullus speravit in Domino et confusus est (Sir 2).37
Omnem sollicitudinem vestram proiicientes in eum, quoniam ipsi cura est de vobis (1 Petr 5).38
Dominus illuminatio mea et salus mea, quem timebo (Ps 26)?39
In pace in idipsum dormiam et requiescam, quoniam tu, Domine, singulariter in spe constituisti me (Ps 4).40
In te, Domine, speravi, non confundar in aeternum (Ps 39).41
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