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Es gibt eine Wahrheit, die der moderne Mensch nicht mehr hören will. Eine Wahrheit, die einst von den Kanzeln hallte, die Gläubige in die Knie zwang und das Leben ganzer Generationen formte – heute aber kaum noch ausgesprochen wird, als wäre sie aus der Mode gekommen wie ein altes Gewand. Die Rede ist von der Todsünde – dem schwersten Vergehen gegen Gott, das die Seele vom ewigen Leben trennt.
Wer spricht heute noch davon?
Der moderne Mensch hat sich eine eigene Theologie gebastelt, bequem, selbstbestätigend und ohne unbehagliche Forderungen. Ihre Glaubenssätze lauten: „Jeder ist gut so, wie er ist." oder „Du musst dich für niemanden ändern." oder „Deine Wahrheit gilt." und „Die Kirche war nur ein Machtinstrument."
Diese Sätze klingen nach Befreiung. In Wirklichkeit sind sie eine der gefährlichsten Täuschungen unserer Zeit. Denn wer sich selbst zum Maßstab aller Dinge erhebt, der braucht keine Bekehrung mehr. Wer die eigene Wahrheit über die göttliche Offenbarung stellt, dem kann die Gnade Gottes nicht mehr zufließen – nicht weil Gott sie verweigert, sondern weil der Mensch selbst die Tür von innen versperrt hat. Und so leben Millionen Menschen in schwerem Sündenstand – viele davon ohne es zu wissen, viele davon sogar in der festen Überzeugung, Gutes zu tun. Sie meinen, auf dem richtigen Weg zu sein, und gehen dabei auf einen Abgrund zu. Das ist keine Übertreibung. Das ist katholische Lehre, die sich auf die Heilige Schrift, die Kirchenväter und zweitausend Jahre Theologie stützt.
Die Todsünde ist nach kirchlicher Lehre eine Sünde, die drei Bedingungen erfüllt: schwere Materie, volle Kenntnis und bewusste Zustimmung. Wer in schwerem Widerspruch zu Gottes Geboten lebt – etwa in außerehelichen Beziehungen, im Hass, in der Gotteslästerung, in habgieriger Ungerechtigkeit – und dies mit freiem Willen wählt, der trennt sich von der heiligmachenden Gnade. Der heilige Paulus schreibt ohne Umschweife an die Galater: „Wer so handelt, wird das Reich Gottes nicht erben." (Gal 5,21) Es sind keine Worte eines Tyrannen. Es sind Worte eines Vaters, der seinen Kindern sagt: Das Feuer verbrennt. Greif nicht hinein. Doch wer sagt das heute noch? Zu viele Stimmen – auch innerhalb der Kirche – scheuen die pastorale Klarheit, aus Angst, als rückständig, hart oder lieblos zu gelten. Dabei ist es der wahrhaft Liebende, der warnt. Es ist der Gleichgültige, der schweigt.
Es gibt eine besonders erschreckende Folge der andauernden Sünde: die Gewissensverdunkelung. Wenn der Mensch das Gewissen dauerhaft übergeht, wenn er es mit falschen Gedanken ummantelt und seine innere Stimme Lügen Glauben schenkt, dann hört er irgendwann auf zu hören. Das Gewissen ist noch da – aber es wird nicht mehr verstanden. Die Kirchenväter kannten dieses Phänomen. Sie nannten es die obduratio cordis – die Verhärtung des Herzens. Gott lässt dies manchmal zu: als Folge der eigenen Entscheidungen, aber auch – und das ist der erstaunliche Trost der Vorsehung – zur Heiligung. Manchmal muss der Mensch an die äußerste Grenze seines Irrtums gelangen, um die rettende Gnade erbitten zu können. Doch das ist kein Ruhekissen. Das ist ein Ruf zur Umkehr – jetzt, heute, solange die Zeit noch ist.
Der Weg aus der Sünde ist kein Weg der bloßen Willensanstrengung. Der Mensch aus eigener Kraft ist zu schwach – die Geschichte der Menschheit beweist es auf jeder Seite. Was not tut, ist die Gnade Gottes, und die wird erbeten, nicht verdient. Betet um ein tugendhaftes Herz. Betet um die Gabe der Reue. Geht zur Beichte – nicht als Pflichtübung, sondern als das, was sie ist: eine Begegnung mit dem barmherzigen Gott, der die Seele von der Bürde des Todes befreit. Vertraut euch nicht eurer eigenen Einschätzung an, denn das Herz des Menschen ist, wie Jeremia schreibt, „trügerischer als alles andere" (Jer 17,9). Wachst in der Tugend – in Demut, Keuschheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Klugheit. Nicht aus Zwang. Nicht aus Angst. Sondern aus Liebe zu dem, der uns zuerst geliebt hat.
Die Todsünde ist kein mittelalterliches Schreckgespenst. Sie ist eine ernste geistliche Wirklichkeit, die über das ewige Schicksal der Seele entscheidet. Wer das nicht mehr hören will, der möge bedenken: Auch das Schweigen der Welt ändert nichts an der Wahrheit Gottes. Die Dämonen jubeln, wenn Menschen die Sünde umdeuten. Die Engel trauern. Und Gott wartet – geduldig, barmherzig, aber nicht ohne Gericht.
Bekehrt euch, und glaubt an das Evangelium. (Mk 1,15)
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Sage mir, wenn du in deiner Hand einen Edelstein im Werte von tausend Dukaten hättest, würdest du ihn wohl in den Fluß werfen und sprechen: hernach will ich mir schon Mühe geben, und hoffentlich werd' ich ihn wieder finden.
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Tretet ein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und gar viele gehen ihn. Eng dagegen ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und nur wenige gehen ihn. (Mt 7, 13)
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„Für die Gottlosen ist kein Friede, spricht der Herr" (Jes 48,22) „Die dein Gesetz lieben, haben großen Frieden" (Ps 119,165)
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Was man erlaubterweise wünschen darf, um das darf man auch bitten. Das beweist die inhaltsschwere Verheißung des Herrn: »Was ihr immer wünschet, darum möget ihr bitten, und es wird euch zuteil werden« (Joh. 15, 7).
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Arten und Stufen des Gebetes

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Der Hymnus Adoro te devote („Gottheit tief verborgen“) von Thomas von Aquin ist eine theologische und dichterische Meditation, die dieses Geheimnis der Wandlung (Transsubstantiation) greifbar macht.