
Johannes von Damaskus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
45 Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Als einige von den Umstehenden das hörten, sagten sie: Er ruft Elija. 48 Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49 Die Übrigen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt, um ihn zu retten. 50 Da schrie Jesus noch einmal laut auf und gab den Geist auf.
(de Fid. Orth. iii. 27.) Obwohl er als Mensch starb und seine heilige Seele von seinem unbefleckten Leib getrennt wurde, blieb doch seine Gottheit untrennbar von beiden, Leib und Seele. Dennoch wurde die eine Person nicht in zwei geteilt; denn wie sowohl Leib als auch Seele von Anfang an eine Existenz in der Person des Wortes hatten, so hatten sie sie auch im Tod. Denn weder Seele noch Leib hatten jemals eine eigene Person außer der Person des Wortes.