
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
45 Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Als einige von den Umstehenden das hörten, sagten sie: Er ruft Elija. 48 Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49 Die Übrigen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt, um ihn zu retten. 50 Da schrie Jesus noch einmal laut auf und gab den Geist auf.
Es war ein Zeichen göttlicher Macht in ihm, den Geist so zu entlassen, wie er selbst gesagt hatte: Niemand kann mein Leben von mir nehmen, sondern ich lege es nieder und nehme es wieder. (Joh 10,18.) Denn mit dem Geist an dieser Stelle verstehen wir die Seele; so genannt entweder weil sie das ist, was den Leib lebendig oder geistlich macht, oder weil die Substanz der Seele selbst Geist ist, nach dem, was geschrieben steht: Du nimmst ihren Odem weg, und sie sterben. (Ps 104,29.)