
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
39 Die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf 40 und sagten: Der du den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen willst, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steig herab vom Kreuz! 41 Ähnlich spotteten auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten 42 und sagten: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der König von Israel! Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann wollen wir an ihn glauben. 43 Er hat auf Gott vertraut; der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. 44 Ebenso schmähten ihn aber auch die Räuber, die zusammen mit ihm gekreuzigt worden waren.
Er hat auf Gott vertraut, der soll ihn jetzt erretten, wenn er will. O überaus abscheulich! Waren sie deshalb keine Propheten oder gerechten Männer, weil Gott sie nicht aus ihren Gefahren errettete? Aber wenn er ihrer Herrlichkeit nicht entgegenwirken wollte, die ihnen aus den Gefahren erwuchs, die ihr über sie gebracht habt, um wie viel mehr dürft ihr an diesem Menschen nicht Anstoß nehmen wegen dessen, was er leidet; was er jemals gesagt hat, sollte jeden solchen Verdacht beseitigen. Wenn sie hinzufügen: Weil er gesagt hat: Ich bin der Sohn Gottes, wollen sie andeuten, dass er als Betrüger und Verführer gelitten habe und als einer, der hohe und falsche Ansprüche erhob. Und nicht nur die Juden und die Soldaten von unten, sondern auch von oben ebenso. Die Schächer, die mit ihm gekreuzigt wurden, warfen ihm dasselbe vor.