
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
39 Die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf 40 und sagten: Der du den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen willst, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steig herab vom Kreuz! 41 Ähnlich spotteten auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten 42 und sagten: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der König von Israel! Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann wollen wir an ihn glauben. 43 Er hat auf Gott vertraut; der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. 44 Ebenso schmähten ihn aber auch die Räuber, die zusammen mit ihm gekreuzigt worden waren.
Aber unglaubwürdig ist jenes Versprechen: Und wir werden an ihn glauben. Denn was ist größer: vom Kreuz herabzusteigen, während man noch lebt, oder aus dem Grab aufzuerstehen, wenn man tot ist? Doch dies tat er, und ihr glaubtet nicht; deshalb hättet ihr auch nicht geglaubt, wenn er vom Kreuz herabgestiegen wäre. Mir scheint, dass dies eine Eingebung der Dämonen war. Denn sogleich als der Herr gekreuzigt wurde, spürten sie die Kraft des Kreuzes und erkannten, dass ihre Stärke gebrochen war, und deshalb ersinnen sie dies, um ihn zu bewegen, vom Kreuz herabzusteigen. Aber der Herr, der die Pläne seiner Feinde kennt, bleibt am Kreuz, damit er den Teufel vernichte.