
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
33 Entweder nehmt an: Der Baum ist gut, dann ist auch seine Frucht gut. Oder nehmt an: Der Baum ist schlecht, dann ist auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennt man den Baum. 34 Ihr Natternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. 35 Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der böse Mensch holt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
(Hom. xlii.) Nach seinen früheren Antworten widerlegt Er sie hier erneut auf andere Weise. Dies tut Er nicht, um ihre Anschuldigungen gegen Ihn zu beseitigen, sondern in der Absicht, sie zu bessern, indem Er sagt: Entweder macht den Baum gut und seine Frucht gut, oder macht den Baum verdorben und seine Frucht verdorben. Das heißt so viel wie: Keiner von euch hat gesagt, dass es etwas Böses sei, einen Menschen von Dämonen zu befreien. Aber weil sie nicht die Werke böswillig beurteilten, sondern sagten, dass der Teufel sie gewirkt habe, zeigt Er, dass diese Anschuldigung dem gesunden Menschenverstand und menschlichen Vorstellungen widerspricht. Und solche Anschuldigungen zu erfinden, kann nur aus grenzenloser Unverschämtheit stammen.