
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung gegen den Geist aber wird nicht vergeben. 32 Auch dem, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.
(Dial. iv. 39.) Daher können wir entnehmen, dass einige Sünden in dieser Welt und einige in der zukünftigen Welt nachgelassen werden; denn was bei einer Sünde verneint wird, muss bei anderen als zugelassen angenommen werden. Und dies kann bei geringfügigen Fehlern geglaubt werden; wie viel müßiges Gerede, unmäßiges Lachen oder die Sünde der Sorgfalt in unseren weltlichen Angelegenheiten, die wahrlich kaum ohne Sünde bewältigt werden kann, selbst von einem, der weiß, wie er die Sünde meiden soll; oder Sünden aus Unwissenheit (wenn es geringere Sünden sind), die uns sogar nach dem Tod belasten, wenn sie uns nicht noch in diesem Leben nachgelassen wurden. Aber es sollte bekannt sein, dass niemand dort eine Läuterung auch nur der geringsten Sünde erlangen wird, außer dem, der durch gute Werke dieselbe in diesem Leben verdient hat.