Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Markusevangelium 15
20 Nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.Und sie führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21 Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Feld kam, Simon aus Zyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. 22 Und sie führten ihn an den Ort Golgota, das heißt übersetzt: Schädelstätte. 23 Sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein, er aber nahm ihn nicht. 24 Dann kreuzigten sie ihn und verteilten seine Kleider, nachdem sie das Los darüber geworfen hatten, was ein jeder bekommen sollte. 25 Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26 Und es war eine Aufschrift mit der Angabe seiner Schuld angebracht: Der König der Juden. 27 Zusammen mit ihm kreuzigten sie noch zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. 28 [So erfüllte sich das Schriftwort: Er wurde zu den Übeltätern gezählt.]
(Quæst. Vet. et Nov. Test. 65) Daher will er andeuten, dass die Juden es waren, die zur dritten Stunde das Urteil über die Kreuzigung Christi fällten; denn jeder Verurteilte gilt als tot von dem Augenblick an, da das Urteil über ihn gefällt wird. Markus zeigte also, dass unser Erlöser nicht durch das Urteil des Richters gekreuzigt wurde, weil es schwierig ist, die Unschuld eines so Verurteilten zu beweisen.