
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 11
11 Und er zog in Jerusalem ein, in den Tempel. Nachdem er sich alles ringsum angesehen hatte, ging er, da es schon spät war, mit den Zwölf nach Betanien hinaus. 12 Als sie tags darauf von Betanien weggegangen waren, hatte er Hunger. 13 Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, ob er vielleicht etwas (Essbares) an ihm fände. Als er aber zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit für Feigen. 14 Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es.
(non occ.) Wir können auch in einem anderen Sinn sagen, dass der Herr vor der Zeit Frucht am Feigenbaum suchte und, als Er keine fand, ihn verfluchte, weil alle, die die Gebote des Gesetzes erfüllen, gesagt werden, zu ihrer Zeit Frucht zu bringen, wie zum Beispiel das Gebot: Du sollst nicht ehebrechen; wer aber nicht nur vom Ehebruch abstinent bleibt, sondern Jungfrau bleibt, was eine größere Sache ist, übertrifft jene an Tugend. Der Herr aber verlangt von den Vollkommenen nicht nur die Beobachtung der Tugend, sondern auch, dass sie über die Gebote hinaus Frucht bringen.