Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 11
15 Dann kamen sie nach Jerusalem. Er ging in den Tempel und fing an, alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinauszutreiben. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenhändler um 16 und duldete nicht, dass jemand irgendetwas durch den Tempel trug. 17 Er lehrte sie und sagte: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. 18 Das hörten die Hohenpriester und Schriftgelehrten und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen; denn sie fürchteten ihn, weil seine Lehre auf das ganze Volk Eindruck gemacht hatte.
(ubi sup.) Was der Herr im Bild tat, als Er den unfruchtbaren Feigenbaum verfluchte, zeigt Er nun offener, indem Er die Bösen aus dem Tempel wirft. Denn der Feigenbaum war nicht schuld, dass er vor der Zeit keine Frucht hatte, sondern die Priester waren schuld; daher heißt es: Und sie kommen nach Jerusalem; und Jesus ging in den Tempel und begann die auszutreiben, die im Tempel verkauften und kauften. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass Er sie beim Kaufen und Verkaufen von Dingen im Tempel fand, die für seinen Dienst notwendig waren. Wenn nun der Herr den Menschen verbietet, im Tempel weltliche Angelegenheiten zu betreiben, die sie überall sonst frei tun könnten, wie viel mehr verdienen dann diejenigen einen größeren Anteil am Zorn des Himmels, die im Tempel, der Ihm geweiht ist, Dinge betreiben, die überall, wo sie getan werden, unerlaubt sind. Es geht weiter: und stieß die Tische der Geldwechsler um.