
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
24 Als Jesus ihn so sah, sagte er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. 26 Da fragten die Zuhörer: Wer kann dann gerettet werden? 27 Er antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. 28 Petrus aber sagte: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Niemand hat Haus, Frau, Brüder, Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen, 30 der dafür nicht (schon) in dieser Zeit das Vielfache erhält und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
(Hom. 80. in Matt.) Es gibt keinen Nutzen in Reichtümern, während die Seele Armut leidet, keinen Schaden in Armut, während die Seele an Reichtum überfließt. Wenn aber das Zeichen eines Menschen, der reich wird, darin besteht, nichts zu bedürfen, und arm zu werden, Mangel zu leiden, so ist klar, dass ein Mensch, je ärmer er ist, desto reicher wird. Denn es ist weit leichter für einen in Armut, Reichtum zu verachten, als für den Reichen. Auch pflegt die Habsucht nicht durch Mehrbesitz gesättigt zu werden, denn dadurch werden die Menschen nur mehr entflammt, so wie ein Feuer sich ausbreitet, je mehr es zu nähren hat. Die Übel, die der Armut zu eigen zu sein scheinen, hat sie mit dem Reichtum gemeinsam, aber die Übel des Reichtums sind ihm eigentümlich.