Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
24 Als Jesus ihn so sah, sagte er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. 26 Da fragten die Zuhörer: Wer kann dann gerettet werden? 27 Er antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. 28 Petrus aber sagte: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Niemand hat Haus, Frau, Brüder, Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen, 30 der dafür nicht (schon) in dieser Zeit das Vielfache erhält und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
Wiederum beachte, dass Er sagt, ein Reicher könne unmöglich gerettet werden, sondern einer, der Reichtümer besitzt, kaum; als ob Er sagte: Der Reiche, der von seinen Reichtümern gefangen genommen und ihnen versklavt ist, wird nicht gerettet werden; der aber, der sie besitzt oder ihr Herr ist, wird wegen menschlicher Schwachheit kaum gerettet werden. Denn der Teufel versucht immer, unseren Fuß zum Ausgleiten zu bringen, solange wir Reichtümer besitzen, und es ist eine schwere Sache, seinen Listen zu entgehen. Die Armut ist daher ein Segen und gleichsam frei von Versuchung.