
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 18
24 Als Jesus ihn so sah, sagte er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. 26 Da fragten die Zuhörer: Wer kann dann gerettet werden? 27 Er antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. 28 Petrus aber sagte: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Er antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Niemand hat Haus, Frau, Brüder, Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen, 30 der dafür nicht (schon) in dieser Zeit das Vielfache erhält und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
(de Quæst Evang. lib. ii. c. 42.) Den Namen „reich“ gibt er hier einem, der zeitliche Dinge begehrt und sich ihrer rühmt. Diesen Reichen sind die Armen im Geiste entgegengesetzt, deren das Himmelreich ist. Mystisch aber ist es für Christus leichter, für die Liebhaber dieser Welt zu leiden, als für die Liebhaber dieser Welt, sich zu Christus zu bekehren. Denn mit dem Namen eines Kamels wollte Er sich selbst darstellen: denn Er erniedrigte sich freiwillig, um die Lasten unserer Schwäche zu tragen. Mit der Nadel bezeichnet Er scharfe Durchbohrungen und dadurch die in Seiner Passion empfangenen Schmerzen, aber mit der Form der Nadel beschreibt Er die Bedrängnis der Passion.