
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 17
5 Die Apostel sagten zum Herrn: Stärke unseren Glauben! 6 Der Herr erwiderte: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu dem Maulbeerbaum da sagen: Zieh deine Wurzeln heraus und verpflanz dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen.
(Hom. 57. in Matt.) Er erwähnt das Senfkorn, weil es, obwohl klein an Größe, an Kraft mächtiger ist als alle anderen. Er deutet also an, dass der kleinste Teil des Glaubens Großes bewirken kann. Doch obwohl die Apostel den Maulbeerbaum nicht verpflanzten, beschuldige sie nicht; denn unser Herr sagte nicht: Ihr werdet verpflanzen, sondern: Ihr werdet verpflanzen können. Aber sie taten es nicht, weil es keine Notwendigkeit gab, da sie Größeres taten. (Hom. 32 in 1 ad Cor. c. 13:2.) Doch jemand wird fragen: Wie sagt Christus, dass es der kleinste Teil des Glaubens ist, der einen Maulbeerbaum oder einen Berg verpflanzen kann, während Paulus sagt, dass es der ganze Glaube ist, der Berge versetzt? Wir müssen dann antworten, dass der Apostel das Versetzen von Bergen dem ganzen Glauben zuschreibt, nicht als ob nur der ganze Glaube dies tun könnte, sondern weil dies wegen der Größe des Körpers den fleischlichen Menschen als etwas Großes erschien.