
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
13 Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, längst schon hätten sie sich, in Sack und Asche sitzend, bekehrt. 14 Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch. 15 Und du, Kafarnaum: Wirst du wohl bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabfahren! 16 Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat.
(Hom. 38. in Matt.) Unser Herr trauert über diese Städte zu unserem Beispiel, weil das Vergießen von Tränen und bitteren Klagen über die, die für den Schmerz unempfindlich sind, kein geringes Gegenmittel ist, das sowohl zur Besserung der Unempfindlichen als auch zum Heilmittel und Trost derer dient, die über sie trauern. Wiederum zieht er sie zum Guten, nicht nur indem er über sie klagt, sondern auch indem er sie erschreckt. Daher folgt: Doch es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen, usw. Darauf sollten auch wir hören. Denn nicht nur über sie, sondern auch über uns hat er das Urteil gesprochen, wenn wir die Gäste nicht aufnehmen, die zu uns kommen, da er ihnen gebot, sogar den Staub von ihren Füßen abzuschütteln. Und an einer anderen Stelle: Als nun unser Herr viele Machttaten in Kapernaum getan hatte und selbst dort wohnte, schien es über die anderen Städte erhoben zu sein, aber durch Unglauben fiel es ins Verderben. Daher folgt: Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoben bist, wirst bis zur Hölle hinabgestoßen werden; damit nämlich das Gericht im Verhältnis zur Ehre stehe.