
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. 17 Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
(vi. de Trin. c. 40) Wäre nur ein Geschöpf für ein Geschöpf hingegeben worden, so wäre ein solch armseliger und unbedeutender Verlust kein großer Beweis der Liebe. Kostbare Dinge müssen unsere Liebe erweisen, große Dinge müssen ihre Größe bezeugen. Gott gab aus Liebe zur Welt seinen Sohn, nicht einen angenommenen Sohn, sondern seinen eigenen, ja seinen eingeborenen. Hier ist wahre Sohnschaft, Geburt, Wahrheit: keine Schöpfung, keine Annahme, keine Lüge: hier ist der Prüfstein der Liebe und Barmherzigkeit, dass Gott seinen eigenen und eingeborenen Sohn sandte, um die Welt zu retten.