
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. 17 Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Nachdem Er gesagt hat: So muss der Menschensohn erhöht werden, mit Anspielung auf seinen Tod; damit sein Hörer nicht durch seine Worte niedergeschlagen werde, indem er eine menschliche Vorstellung von Ihm bilde und seinen Tod als ein Übel betrachte, korrigiert Er dies, indem Er sagt, dass der, welcher dem Tod übergeben wurde, der Sohn Gottes war, und dass sein Tod die Quelle des ewigen Lebens sein würde; So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe; als ob Er sagte: Wundere dich nicht, dass Ich erhöht werden muss, damit du gerettet werdest; denn so schien es dem Vater gut, der dich so geliebt hat, dass Er seinen Sohn gab, um für undankbare und nachlässige Knechte zu leiden. Der Text: So sehr hat Gott die Welt geliebt, zeigt die Intensität der Liebe. Denn wahrlich groß und unendlich ist der Abstand zwischen beiden. Der, welcher ohne Ende oder Anfang der Existenz ist, unendliche Größe, liebte die, welche von Erde und Asche waren, Geschöpfe, beladen mit unzähligen Sünden. Und die Handlung, die aus der Liebe entspringt, ist ebenso bezeichnend für ihre Größe. Denn Gott gab nicht einen Knecht oder einen Engel oder einen Erzengel, sondern seinen Sohn. Hätte Er ferner viele Söhne gehabt und einen gegeben, wäre dies eine sehr große Gabe gewesen; nun aber hat Er seinen eingeborenen Sohn gegeben.