Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. 17 Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
(in loc.) Wie Er oben sagte, dass der Menschensohn vom Himmel herabgekommen sei, nicht in dem Sinn, dass sein Fleisch vom Himmel herabgekommen sei, sondern wegen der Einheit der Person in Christus, wobei Er dem Menschen zuschrieb, was Gott gehörte: so weist Er nun umgekehrt, was dem Menschen gehört, dem Wort Gottes zu. Der Sohn Gottes war leidensunfähig; aber da Er der Person nach eins mit dem Menschen war, der leidensfähig war, wird gesagt, dass der Sohn dem Tod übergeben wurde; insofern Er wahrhaft litt, nicht in seiner eigenen Natur, sondern in seinem eigenen Fleisch. Aus diesem Tod folgt ein überaus großes und unbegreifliches Gut: nämlich dass jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Das Alte Testament verhieß denen, die ihm gehorchten, Länge der Tage: das Evangelium verheißt ewiges und unvergängliches Leben.