
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
31 Als er hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. 32 Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
(xi. de. Trin. c. 42) Dass Gott in ihm verherrlicht ist, bezieht sich auf die Herrlichkeit des Leibes, welche Herrlichkeit die Herrlichkeit Gottes ist, insofern der Leib seine Herrlichkeit aus seiner Verbindung mit der göttlichen Natur entlehnt. Weil Gott in ihm verherrlicht ist, darum wird er ihn in sich selbst verherrlichen, indem der, welcher in der Herrlichkeit herrscht, die aus der Herrlichkeit Gottes hervorgeht, sogleich in Gottes Herrlichkeit übergeht und die Ordnung seines Menschseins verlässt, um ganz in Gott zu bleiben. Auch schweigt er nicht über die Zeit: Und wird ihn sogleich verherrlichen. Dies bezieht sich auf die Herrlichkeit seiner Auferstehung, die unmittelbar auf sein Leiden folgen sollte, welche er als gegenwärtig erwähnt, weil Judas jetzt hinausgegangen war, um ihn zu verraten; dass aber Gott ihn in sich selbst verherrlichen werde, behält er für die Zukunft vor. Die Herrlichkeit Gottes wurde in ihm durch das Wunder der Auferstehung offenbart; aber er wird in der Herrlichkeit Gottes bleiben, wenn er die Ordnung der Unterwerfung verlassen hat. Der Sinn dieser ersten Worte: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, ist nicht zweifelhaft: es ist die Herrlichkeit des Fleisches gemeint, nicht die des Wortes. Aber was bedeutet das Folgende: Und Gott ist in ihm verherrlicht? Der Menschensohn ist keine andere Person als der Sohn Gottes, denn das Wort ist Fleisch geworden. (Joh 1,14) Wie ist Gott in diesem Menschensohn, der der Sohn Gottes ist, verherrlicht? Der nächste Satz hilft uns: Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird Gott ihn auch in sich selbst verherrlichen. Ein Mensch wird nicht in sich selbst verherrlicht, noch hört andererseits Gott, der im Menschen verherrlicht wird, weil er Herrlichkeit empfängt, auf, Gott zu sein. So bedeuten die Worte: Gott ist in ihm verherrlicht, entweder dass Christus im Fleisch verherrlicht wird, oder dass Gott in Christus verherrlicht wird. Wenn Gott Christus bedeutet, so ist es Christus, der im Fleisch verherrlicht wird; wenn der Vater, dann ist es das Sakrament der Einheit, der Vater im Sohn verherrlicht. Wiederum verherrlicht Gott in sich selbst den in dem Menschensohn verherrlichten Gott. Dies widerlegt die gottlose Lehre, dass Christus nicht wahrer Gott sei in Wahrheit der Natur. Denn wie kann das, was Gott in sich selbst verherrlicht, außerhalb seiner sein? Der, den der Vater verherrlicht, muss bekanntlich in seiner Herrlichkeit sein, und der, welcher in der Herrlichkeit des Vaters verherrlicht wird, muss verstanden werden als im selben Zustand mit dem Vater.