Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
31 Als er hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. 32 Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
(t. xxxii. 17.) Oder so: Das Wort Herrlichkeit wird hier in einem anderen Sinn verwendet als der, den einige Heiden damit verbinden, die Herrlichkeit als das gesammelte Lob der Vielen definierten. Es ist offensichtlich, dass Herrlichkeit in diesem Sinn etwas anderes ist als die in Exodus erwähnte, wo gesagt wird, dass die Herrlichkeit des Herrn die Stiftshütte erfüllte (Ex 40,34) und dass das Angesicht des Mose verherrlicht wurde. Die hier erwähnte Herrlichkeit ist etwas Sichtbares, eine gewisse göttliche Erscheinung im Tempel und auf dem Angesicht des Mose; aber in einem höheren und geistigeren Sinn werden wir verherrlicht, wenn wir mit dem Auge des Verstandes in die Dinge Gottes eindringen. Denn der Geist, wenn er über die materiellen Dinge aufsteigt und Gott geistig schaut, wird vergöttlicht; und von dieser geistigen Herrlichkeit ist die sichtbare Herrlichkeit auf dem Angesicht des Mose ein Bild; denn sein Geist war es, der durch den Umgang mit Gott vergöttlicht wurde. Aber es gibt keinen Vergleich zwischen der erhabenen Herrlichkeit Christi und der Erkenntnis des Mose, durch die das Angesicht seiner Seele verherrlicht wurde; denn die ganze Herrlichkeit des Vaters strahlt auf den Sohn, der der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens ist. (Hebr 1,3) (c. 18.). Ja, und aus dem Licht dieser ganzen Herrlichkeit gehen einzelne Herrlichkeiten hervor, durch die ganze vernünftige Schöpfung hindurch; obwohl niemand die ganze göttliche Herrlichkeit erfassen kann außer dem Sohn. Aber soweit der Sohn der Welt bekannt war, soweit nur war er verherrlicht. Und noch war er nicht vollständig bekannt. Aber später breitete der Vater die Kenntnis von ihm über die ganze Welt aus, und dann wurde der Menschensohn in denen verherrlicht, die ihn erkannten. Und an dieser Herrlichkeit hat er alle, die ihn kennen, teilhaben lassen; wie der Apostel sagt: Wir alle aber, die wir mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel schauen, werden in dasselbe Bild verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit (2 Kor 3,18), d. h. von seiner Herrlichkeit empfangen wir Herrlichkeit. Als er sich nun jener Ordnung näherte, durch die er der Welt bekannt werden und in der Herrlichkeit derer verherrlicht werden sollte, die ihn verherrlichten, sagt er: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht. (Mt 11,27) Und weil niemand den Vater kennt außer dem Sohn und der, dem der Sohn ihn offenbaren will, und der Sohn durch die Ordnung (ἐκ τῆς οἰκονομίας) im Begriff war, den Vater zu offenbaren; deshalb sagt er: Und Gott ist in ihm verherrlicht. Oder vergleiche dies mit dem Text unten: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. (c. 14,9) Der Vater, der das Wort gezeugt hat, wird im Wort gesehen, das Gott ist und das Bild des unsichtbaren Gottes. Aber die Worte können in einem weiteren Sinn genommen werden. Denn wie durch einige der Name Gottes unter den Heiden gelästert wurde, so wird durch die Heiligen, deren gute Werke von der Welt gesehen und anerkannt werden, der Name des Vaters im Himmel verherrlicht. Aber in wem wurde er so verherrlicht wie in Jesus, der keine Sünde tat und in dessen Mund kein Trug gefunden wurde? Da der Sohn so ist, wird er verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Und wenn Gott in ihm verherrlicht ist, gibt der Vater ihm mehr zurück, als er gab. Denn die Herrlichkeit des Menschensohnes, wenn der Vater ihn verherrlicht, übersteigt weit die Herrlichkeit des Vaters, wenn er im Sohn verherrlicht wird; es ziemt sich, dass der Größere die größere Herrlichkeit zurückgibt. Und da dies, nämlich die Verherrlichung des Menschensohnes, gerade vollbracht werden sollte, fügt unser Herr hinzu: Und wird ihn sogleich verherrlichen.