
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
27 Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und ich werde ihn wieder verherrlichen. 29 Das Volk, das dabeistand und es hörte, meinte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. 30 Jesus antwortete: Nicht meinetwegen ist diese Stimme ergangen, sondern euretwegen. 31 Jetzt ist das Gericht über diese Welt. Jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen. 32 Ich aber werde, wenn ich von der Erde erhöht bin, alle an mich ziehen. 33 Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.
(Hom. lxvii. 2) Welcher Art das Gericht ist, durch das der Teufel ausgetrieben wird, will ich an einem Beispiel erklären. Ein Mann fordert von seinen Schuldnern die Zahlung, schlägt sie und schickt sie ins Gefängnis. Ebenso anmaßend behandelt er einen, der ihm nichts schuldet. Dieser wird sowohl für sich als auch für die anderen Rache nehmen. So handelt Christus. Er rächt, was Er vom Teufel erlitten hat, und mit sich rächt Er auch uns. Damit aber niemand sage: Wie wird er ausgetrieben werden, wenn er dich besiegt? Fügt Er hinzu: Und Ich, wenn Ich von der Erde erhöht bin, werde alle an Mich ziehen. Wie kann Er besiegt werden, der andere an sich zieht? Das ist mehr, als zu sagen: Ich werde auferstehen. Hätte Er dies gesagt, so hätte es nicht bewiesen, dass Er alle Dinge an sich ziehen würde; aber „Ich werde ziehen“ schließt die Auferstehung ein und noch mehr.