
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, / und die Finsternis hat es nicht ergriffen.
(Hom. v. [iv.] c. 3)l. Da das Leben zu uns gekommen ist, ist das Reich des Todes aufgelöst; da ein Licht auf uns geschienen hat, gibt es keine Finsternis mehr; aber es bleibt immer ein Leben, das der Tod, ein Licht, das die Finsternis nicht überwinden kann. Daher fährt er fort: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis“: mit Finsternis meint er Tod und Irrtum; denn sinnliches Licht leuchtet nicht in der Finsternis, sondern die Finsternis muss zuerst entfernt werden; während die Verkündigung Christi mitten in der Herrschaft des Irrtums hervorleuchtete und ihn verschwinden ließ, und Christus durch sein Sterben den Tod in Leben verwandelte und ihn so überwand, dass die, die bereits in seinem Griff waren, wieder zurückgebracht wurden. Da also weder Tod noch Irrtum sein Licht überwunden haben, das überall sichtbar ist und durch eigene Kraft hervorleuchtet; deshalb fügt er hinzu: „Und die Finsternis hat es nicht ergriffen.“