Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, / und die Finsternis hat es nicht ergriffen.
(tom. ii. in Joan. c. 19) Aber sie fragen, warum nicht das Wort selbst das Licht der Menschen genannt wird, statt das Leben, das im Wort ist? Wir antworten, dass das hier erwähnte Leben nicht das ist, was vernünftige und unvernünftige Tiere gemeinsam haben, sondern das, was dem Wort, das durch Teilhabe am ursprünglichen Wort in uns ist, angefügt ist. Denn wir müssen das äußere und falsche Leben vom wünschenswerten und wahren unterscheiden. Wir werden zuerst des Lebens teilhaftig: und dieses Leben ist bei einigen nur der Möglichkeit nach Licht, nicht in der Tat; bei denen nämlich, die nicht eifrig sind, die Dinge zu erforschen, die zur Erkenntnis gehören; bei anderen ist es tatsächliches Licht, bei denen, die, wie der Apostel sagt, eifrig nach den besten Gaben streben (1 Kor 12,31), das heißt nach dem Wort der Weisheit. (c. 14.) (Wenn das Leben und das Licht der Menschen dasselbe sind, so erweist sich, dass der, welcher in der Finsternis ist, nicht lebt, und keiner, der lebt, in der Finsternis bleibt.)