Die Weisheit hat ihr Haus gebaut,hat ihre sieben Säulen aufgerichtet,
Ihr Schlachtvieh geschlachtet, den Wein gemischt,auch ihre Tafel gedeckt
und ausgesandt ihre Mägde;ihr Ruf ergeht auf den höchsten Stellen der Stadt:
Wer unerfahren ist, biege hierher ein!Den Unwissenden sagt sie:
Kommt! Esst von meiner Speiseund trinkt vom Wein, den ich gemischt habe!
Lasst von der Torheit ab, auf dass ihr am Leben bleibt,und wandelt auf dem Weg der Einsicht!
Wer den Spötter zurechtweist, erwirbt sich Schmach,und wer den Frevler tadelt, selbst einen Flecken.
Nicht rüge den Spötter, sonst hasst er dich;den Weisen rüge: er liebt dich darum.
Dem Weisen teile mit, so wird er noch weiser;den Gerechten lehre: er mehrt sein Wissen.
Anfang der Weisheit ist Furcht des Herrn,und den Heiligen kennen ist Einsicht.
Ja, durch mich werden deine Tage zahlreich,und die Lebensjahre mehren sich dir.
Bist du weise, so bist du weise zum eigenen Besten;bist du ein Spötter, musst du es allein tragen.
Frau Torheit ist ohne Ruhe,voll Dummheit und jeder Erkenntnis bar.
Sie sitzt an der Tür ihres Hauses,auf einem Sessel, in der Stadt hoch oben,
um anzurufen, die vorübergehen,die gerade ihre Wege ziehen:
Wer unerfahren ist, biege hierher ein!Wer arm an Verstand ist, dem sagt sie:
Wie süß schmeckt gestohlenes Wasser,und wie gut heimliche Speise!
Und er merkt nicht, dass Totengeister dort hausen,dass ihre Gäste in den Tiefen der Unterwelt sind.