
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
27 Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Erbarme dich unser, Sohn Davids! 28 Als er das Haus betrat, kamen die Blinden zu ihm. Jesus fragte sie: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie antworteten ihm: Ja, Herr. 29 Da berührte er ihre Augen und sagte: Euch geschehe nach euerem Glauben. 30 Da öffneten sich ihre Augen. Jesus aber schärfte ihnen aufs Strengste ein: Nehmt euch in Acht, niemand darf es erfahren. 31 Sie aber gingen hinaus und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.
Und nicht nur aus diesem Grund, sondern damit Er offenbar mache, dass sie der Heilung würdig seien, und damit niemand einwenden könne, wenn allein das Erbarmen rette, dann müssten alle gerettet werden. Daher verlangt Er auch von ihnen Glauben, um dadurch ihre Gedanken höher zu erheben; sie hatten Ihn den Sohn Davids genannt, deshalb belehrt Er sie, dass sie Höheres von Ihm denken sollten. So sagt Er nicht zu ihnen: Glaubt ihr, dass Ich den Vater bitten kann? Sondern: Glaubt ihr, dass Ich dies tun kann? Sie sagen zu ihm: Ja, Herr. Sie nennen Ihn nicht mehr Sohn Davids, sondern erheben Ihn höher und bekennen Seine Herrschaft. Dann legt Er Seine Hand auf sie; wie es folgt: Dann berührte er ihre Augen und sprach: Nach eurem Glauben geschehe euch. Dies sagt Er, um ihren Glauben zu bestärken und zu bezeugen, dass das, was sie gesagt hatten, keine Schmeichelworte waren. Dann folgt die Heilung: Und ihre Augen wurden geöffnet. Und danach Seine Anweisung, dass sie es niemandem sagen sollten; und dies nicht als einfaches Gebot, sondern mit großem Ernst: Und Jesus befahl ihnen streng und sprach: Seht zu, dass es niemand erfährt; aber sie gingen hinaus und verbreiteten die Kunde von ihm im ganzen Land.