
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
18 Während er so zu ihnen redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist soeben gestorben. Aber komm und leg ihr deine Hand auf, dann wird sie leben. 19 Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. 20 Da trat eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Zipfel seines Gewandes. 21 Denn sie dachte: Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 22 Jesus aber wandte sich um, sah sie und sagte: Mut, meine Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Von jener Stunde an war die Frau geheilt.
Oder: Der Vorsteher sagt: Sie ist gestorben, und übertreibt sein Unglück. Denn es ist die Art derer, die eine Bitte vortragen, ihre Not zu vergrößern und sie als etwas Größeres darzustellen, als sie wirklich ist, um das Mitleid derer zu gewinnen, an die sie ihre Bitte richten; daher fügt er hinzu: Aber komm und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben. Siehe seine Stumpfheit. Er bittet Christus um zwei Dinge: zu kommen und seine Hand auf sie zu legen. Das war es, was Naaman der Syrer vom Propheten verlangte. Denn diejenigen, die so hartherzig sind, bedürfen des Anblicks und sinnlicher Dinge.