Haymo von Halberstadt
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
5 Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran mit der Bitte: 6 Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und leidet große Qual. 7 Er sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen! 8 Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 9 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.
Oder wir können unter denen, die unter dem Hauptmann stehen, die natürlichen Tugenden verstehen, in denen viele von den Heiden mächtig waren, oder auch gute und böse Gedanken. Laßt uns zu den bösen sagen: Weicht, und sie werden weichen; laßt uns die guten rufen, und sie werden kommen; und unserem Knecht, das heißt unserem Leib, laßt uns gebieten, daß er sich dem göttlichen Willen unterwerfe.