Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksscharen. 2 Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 3 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Sofort wurde er von seinem Aussatz rein. 4 Da sagte Jesus zu ihm: Hüte dich, es jemand zu sagen, sondern geh, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie.
Moralisch: Durch den Aussätzigen wird der Sünder bezeichnet; denn die Sünde macht die Seele unrein und befleckt; er fällt vor Christus nieder, wenn er über seine früheren Sünden bestürzt ist; dennoch soll er bekennen und das Heilmittel der Buße suchen; so zeigt der Aussätzige seine Krankheit und bittet um Heilung. Der Herr streckt seine Hand aus, wenn er die Hilfe der göttlichen Barmherzigkeit gewährt; darauf folgt sogleich der Nachlass der Sünde; und die Kirche soll nicht mit demselben versöhnt werden, außer auf das Urteil des Priesters.