Beda Venerabilis
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksscharen. 2 Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 3 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Sofort wurde er von seinem Aussatz rein. 4 Da sagte Jesus zu ihm: Hüte dich, es jemand zu sagen, sondern geh, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie.
(Hom. in Dom. 3 Epiph.) Sollte jemand verwirrt sein, wie, wenn der Herr hier Moses’ Opfer zu billigen scheint, die Kirche es nicht annimmt, so erinnere er sich, dass Christus noch nicht Seinen Leib als Brandopfer dargebracht hatte. Und es geziemte sich, dass die typischen Opfer nicht weggenommen würden, bevor das, was sie vorausbildeten, durch das Zeugnis der apostolischen Verkündigung und durch den Glauben des gläubigen Volkes bestätigt war. Durch diesen Mann wurde das ganze Menschengeschlecht vorgebildet, denn er war nicht nur aussätzig, sondern nach dem Evangelium des Lukas wird er als voller Aussatz beschrieben. Denn alle haben gesündigt und bedürfen der Herrlichkeit Gottes (Röm. 3:23), nämlich jener Herrlichkeit, dass die Hand des Erlösers ausgestreckt (das heißt, das Wort Fleisch geworden) und die menschliche Natur berührend, sie von der Eitelkeit ihrer früheren Wege gereinigt würden; und dass die, die lange abscheulich und aus dem Lager des Volkes Gottes ausgestoßen waren, zum Tempel und zum Priester wiederhergestellt würden und ihre Leiber als lebendiges Opfer dem darbringen könnten, zu dem gesagt wird: „Du bist ein Priester in Ewigkeit.“ (Ps. 110:4.)