
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksscharen. 2 Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 3 Da streckte er seine Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will; sei rein! Sofort wurde er von seinem Aussatz rein. 4 Da sagte Jesus zu ihm: Hüte dich, es jemand zu sagen, sondern geh, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie.
Er konnte durch ein Wort oder sogar durch bloßen Willen reinigen, doch Er streckte Seine Hand aus, Er streckte seine Hand aus und berührte ihn, um zu zeigen, dass Er nicht dem Gesetz unterworfen war und dass für den Reinen nichts unrein ist. Elisa wahrte das Gesetz in aller Strenge und ging nicht hinaus und berührte Naaman, sondern sandte ihn, sich im Jordan zu waschen. Der Herr aber zeigt, dass Er nicht als Diener heilt, sondern als Herr heilt und berührt; Seine Hand wurde nicht durch den Aussatz unrein, sondern der aussätzige Leib wurde durch die heilige Hand rein. Denn Er kam nicht nur, um Leiber zu heilen, sondern um die Seele zur wahren Weisheit zu führen. Wie Er also nicht verbot, mit ungewaschenen Händen zu essen, so lehrt Er uns hier, dass wir nur den Aussatz der Seele fürchten sollen, welcher die Sünde ist, dass aber der Aussatz des Leibes kein Hindernis für die Tugend ist.