
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 20 An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.
Wir möchten jene Häretiker fragen, die behaupten, dass es zwei einander direkt entgegengesetzte Naturen gibt, ob sie zugeben, dass ein guter Baum keine schlechte Frucht bringen kann, wie es dann möglich war, dass Moses, ein guter Baum, sündigte, wie er es am Wasser des Widerspruchs tat? Oder dass Petrus seinen Herrn in der Passion verleugnete, indem er sagte: Ich kenne den Menschen nicht? Oder wie andererseits der Schwiegervater des Moses, ein schlechter Baum, insofern er nicht an den Gott Israels glaubte, einen guten Rat geben konnte?