Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
31 Sorgt euch also nicht und sagt nicht: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Was werden wir anziehen? 32 Denn nach all dem trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr das alles braucht. 33 Sucht vielmehr zuerst das Reich und seine Gerechtigkeit: dann wird euch all das dazugegeben.
So also soll der, der glaubt, unter der Herrschaft von Gottes Ratschluss zu stehen, seine Versorgung in Gottes Hand legen; aber er soll über Gut und Böse nachsinnen, denn wenn er das nicht tut, wird er weder das Böse meiden noch das Gute ergreifen. Daher wird hinzugefügt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit. Das Reich Gottes ist der Lohn guter Werke; Seine Gerechtigkeit ist der Weg der Frömmigkeit, auf dem wir zu jenem Reich gehen. Wenn du also bedenkst, wie groß die Herrlichkeit der Heiligen ist, wirst du entweder aus Furcht vor Strafe vom Bösen ablassen oder aus Verlangen nach Herrlichkeit zum Guten eilen. Und wenn du bedenkst, was die Gerechtigkeit Gottes ist, was Er liebt und was Er hasst, wird die Gerechtigkeit selbst dir Seine Wege zeigen, da sie denen beiwohnt, die sie lieben. Und die Rechenschaft, die wir ablegen müssen, ist nicht, ob wir arm oder reich gewesen sind, sondern ob wir gut oder schlecht gehandelt haben, was in unserer eigenen Macht liegt.