
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
7 Wenn ihr betet, plappert nicht wie die Heiden. Denn sie meinen erhört zu werden, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es also nicht wie sie. Euer Vater weiß ja, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn bittet.
Hiermit rät Er von leerem Reden im Gebet ab; wie zum Beispiel, wenn wir von Gott unpassende Dinge erbitten, wie Herrschaften, Ruhm, Überwindung unserer Feinde oder Überfluss an Reichtum. Er gebietet also, dass unsere Gebete nicht lang sein sollen; lang, das heißt nicht an Zeit, sondern an Menge der Worte. Denn es ist recht, dass die, welche bitten, in ihrem Bitten verharren; beharrlich im Gebet, wie der Apostel unterweist; aber er gebietet uns dadurch nicht, ein Gebet aus zehntausend Versen zu verfassen und es ganz zu sprechen; worauf Er verborgen hinweist, wenn Er sagt: Macht nicht viele Worte.