Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
2 Wenn du also Almosen gibst, so lass nicht vor dir her trompeten, wie es die Heuchler in den Synagogen und in den Gassen machen, um von den Menschen gelobt zu werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon erhalten. 3 Du aber, wenn du Almosen gibst, dann soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, 4 damit dein Almosen im Verborgenen bleibt. Dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten.
Denn es ist unmöglich, dass Gott irgendein gutes Werk des Menschen im Verborgenen lässt; sondern Er macht es in dieser Welt offenbar und verherrlicht es in der nächsten Welt, weil es die Herrlichkeit Gottes ist; ebenso macht der Teufel das Böse offenbar, worin die Stärke seiner großen Bosheit gezeigt wird. Aber Gott macht eigentlich jedes gute Werk nur in jener Welt öffentlich, deren Güter nicht den Gerechten und den Gottlosen gemeinsam sind; wem also Gott dort Gunst erweisen wird, dem wird offenbar werden, dass es als Lohn seiner Gerechtigkeit geschah. Aber der Lohn der Tugend wird nicht in dieser Welt offenbart, in der sowohl Böse als auch Gute in ihren Geschicken gleich sind.