
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
33 Ferner habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, sondern du sollst dem Herrn deine Schwüre halten. 34 Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du vermagst nicht, ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 So sei euer Wort: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.
Schließlich bedenke, dass der Erlöser hier nicht verbietet, bei Gott zu schwören, sondern beim Himmel, bei der Erde, bei Jerusalem, beim Haupt eines Menschen. Denn diese üble Praxis, bei den Elementen zu schwören, hatten die Juden immer, und sie werden deshalb oft in den prophetischen Schriften angeklagt. Denn wer schwört, zeigt entweder Ehrfurcht oder Liebe für das, wobei er schwört. Wenn also die Juden bei den Engeln, bei der Stadt Jerusalem, beim Tempel und den Elementen schworen, erwiesen sie dem Geschöpf die Ehre und Anbetung, die Gott gebührt; denn im Gesetz ist geboten, dass wir nur beim Herrn, unserem Gott, schwören sollen.