
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
33 Ferner habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, sondern du sollst dem Herrn deine Schwüre halten. 34 Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du vermagst nicht, ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 So sei euer Wort: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.
(cont. Faust. xix. 23.) Daher findet man, dass der Apostel in seinen Schriften, da das Schreiben größere Umsicht erlaubt, an mehreren Stellen einen Eid verwendet hat, damit niemand annehme, es liege eine direkte Sünde im Schwören dessen, was wahr ist; sondern nur, dass unsere schwachen Herzen besser vor Meineid bewahrt werden, indem wir uns alles Schwörens enthalten.