Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
12 Als er hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. 13 Er verließ Nazaret und kam nach Kafarnaum, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali, und nahm dort Wohnung. 14 So erfüllte sich das Wort des Propheten Jesaja: Das Land Sebulon und das Land Naftali, 15 das Land am Meer, das Land jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: 16 das Volk, das im Finstern saß, sah ein großes Licht; über denen, die im Land und Schatten des Todes saßen, ist ein Licht aufgegangen.
Aber dies sollte sorgfältiger bedacht werden, nämlich dass Johannes sagt, der Herr sei nach Galiläa gegangen, bevor Johannes der Täufer ins Gefängnis geworfen wurde. Nach dem Johannesevangelium kehrte er nach der Verwandlung des Wassers in Wein und seinem Hinabgehen nach Kapernaum und nach seinem Hinaufgehen nach Jerusalem nach Judäa zurück und taufte, und Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen. Hier aber zieht er sich nach der Gefangennahme des Johannes nach Galiläa zurück, und damit stimmt Markus überein. Aber wir müssen keinen Widerspruch annehmen. Johannes spricht vom ersten Kommen des Herrn nach Galiläa, das vor der Gefangennahme des Johannes war. (Joh 4,3.) An einer anderen Stelle spricht er von seinem zweiten Kommen nach Galiläa, und die anderen Evangelisten erwähnen nur dieses zweite Kommen nach Galiläa, das nach der Gefangennahme des Johannes war.