
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. 2 Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.
Er war hungrig, nicht während der vierzig Tage, sondern nach ihnen. Als der Herr daher hungerte, geschah es nicht, dass die Wirkungen der Enthaltsamkeit erst dann über ihn kamen, sondern dass seine Menschheit ihrer eigenen Kraft überlassen wurde. Denn der Teufel sollte nicht durch Gott, sondern durch das Fleisch überwunden werden. Dadurch wurde vorgebildet, dass nach Vollendung jener vierzig Tage, die er nach seinem Leiden auf Erden verweilen sollte, er nach der Erlösung des Menschen hungern würde, zu welcher Zeit er Gott, seinem Vater, das erwartete Geschenk zurückbrachte, die Menschheit, die er angenommen hatte.