
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. 17 Als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, einige aber zweifelten. 18 Da trat Jesus zu ihnen, redete sie an und sagte: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht und macht alle Völker zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch aufgetragen habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
(de Trin. ii. 1 &c.) Denn welcher Teil des Heils der Menschen ist nicht in diesem Sakrament enthalten? Alles ist voll und vollkommen, da es von Dem ausgeht, der voll und vollkommen ist. Die Natur Seiner Beziehung wird im Titel Vater ausgedrückt; aber Er ist nichts anderes als Vater; denn nicht nach Menschenart leitet Er von etwas anderem ab, dass Er Vater ist, da Er selbst ungezeugt, ewig ist und den Ursprung Seines Seins in Sich selbst hat, niemandem bekannt außer dem Sohn. Der Sohn ist der Sprössling des Ungezeugten, Einer vom Einen, Wahrer vom Wahren, Lebendiger vom Lebendigen, Vollkommener vom Vollkommenen, Stärke von Stärke, Weisheit von Weisheit, Herrlichkeit von Herrlichkeit; das Bild des unsichtbaren Gottes, die Gestalt des ungezeugten Vaters. Auch der Heilige Geist kann nicht vom Bekenntnis des Vaters und des Sohnes getrennt werden. Und dieser Trost unserer sehnlichen Wünsche ist von keinem Ort abwesend. Er ist das Unterpfand unserer Hoffnung in den Wirkungen Seiner Gaben, Er ist das Licht unseres Verstandes, Er leuchtet in unseren Seelen. Da die Häretiker diese Dinge nicht ändern können, führen sie ihre menschlichen Erklärungen in sie ein. Wie Sabellius, der den Vater mit dem Sohn identifiziert, indem er meint, die Unterscheidung sei eher im Namen als in der Person gemacht, und ein und dieselbe Person sowohl als Vater als auch als Sohn darstellt. Wie Ebion, der, indem er den Anfang Seiner Existenz von Maria ableitet, Ihn nicht als Gott vom Menschen, sondern als Gott vom Menschen macht. Wie die Arianer, die die Gestalt, die Kraft und die Weisheit Gottes aus dem Nichts und in der Zeit ableiten. Was Wunder also, dass Menschen verschiedene Meinungen über den Heiligen Geist haben, die so leichtsinnig nach ihrem eigenen Gutdünken den Sohn erschaffen und verändern, durch den jener Geist verliehen wird?