
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
11 Während sie weggingen, kamen einige von der Wache in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern alles, was sich zugetragen hatte. 12 Da versammelten sie sich mit den Ältesten, hielten Rat und gaben den Soldaten reichlich Geld 13 mit der Weisung: Erzählt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14 Wenn das dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt. 15 Sie aber nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte. Und dieses Gerede verbreitete sich unter den Juden bis auf den heutigen Tag.
Wie sollten die Jünger ihn heimlich wegtragen, Männer, arm und ohne Stand, die sich kaum zu zeigen wagten? Sie flohen, als sie später Christus lebend sahen; wie hätten sie, als er tot war, nicht eine so große Menge von Soldaten gefürchtet? Wie sollten sie die Tür des Grabes entfernen? Einer hätte es unbemerkt von der Wache tun können. Aber ein großer Stein war vor den Eingang gewälzt, der viele Hände erforderte. Und war nicht das Siegel darauf? Und warum versuchten sie es nicht in der ersten Nacht, als niemand am Grab war? Denn am Sabbat baten sie um den Leib Jesu. Überdies, was bedeuten diese Tücher, die Petrus hier liegen sieht? Hätten die Jünger den Leib gestohlen, hätten sie ihn niemals entkleidet, sowohl weil er so Schaden nehmen könnte, als auch weil es ihnen unnötige Verzögerung verursachen und sie so der Gefahr aussetzen würde, von der Wache ergriffen zu werden; besonders da der Leib und die Kleider mit Myrrhe bedeckt waren, einem klebrigen Gewürz, das sie zum Anhaften bringen würde. Die Behauptung des Diebstahls ist also unwahrscheinlich. So machen ihre Bemühungen, die Auferstehung zu verbergen, sie nur noch offenbarer. Denn wenn sie sagen: Seine Jünger haben den Leib gestohlen, gestehen sie, dass er nicht im Grab ist. Und da sie so bekennen, dass sie den Leib nicht hatten, und da die Wache, das Versiegeln und die Furcht der Jünger den Diebstahl unwahrscheinlich machen, zeigt sich ein unwiderlegbarer Beweis der Auferstehung.