Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
1 Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentags, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Da entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, wo er gelegen hat. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
(Hom. de Resur. iii.) Nach den Verspottungen und Geißelungen, nach den gemischten Tränken von Essig und Galle, den Schmerzen des Kreuzes und den Wunden und schließlich nach dem Tod selbst und dem Hades, erhob sich aus dem Grab ein erneuertes Fleisch, kehrte aus der Verschlossenheit ein verborgenes Leben zurück, brach die im Tod gefesselte Gesundheit hervor, mit frischer Schönheit aus ihrem Verfall.