Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
57 Als es Abend geworden war, kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef, der auch ein Jünger Jesu geworden war. 58 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihn ihm zu überlassen. 59 Josef nahm den Leichnam, hüllte ihn in reine Leinwand 60 und legte ihn in sein neues Grab, das er in den Felsen hatte hauen lassen. Dann wälzte er einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. 61 Es waren aber auch Maria aus Magdala und die andere Maria dort; sie saßen dem Grab gegenüber.
(Serm. App. 248. 4.) Der Erlöser wurde in ein Grab gelegt, das einem anderen Mann gehörte, weil er für das Heil anderer starb. Denn warum sollte der, der in sich selbst keinen Tod hatte, in sein eigenes Grab gelegt worden sein? Oder der, dessen Platz ihm im Himmel vorbehalten war, ein Grabmal auf Erden gehabt haben? Er, der nur drei Tage im Grab blieb, nicht als Toter, sondern als einer, der auf seinem Bett ruht? Ein Grab ist die notwendige Wohnstätte des Todes; Christus also, der unser Leben ist, konnte keine Wohnstätte des Todes haben; der, der ewig lebt, bedurfte nicht der Wohnung der Verstorbenen.