
Johannes von Damaskus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
36 Darauf kam Jesus mit ihnen an ein Gehöft namens Getsemani und sagte zu den Jüngern: Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm Petrus und die beiden Zebedäussöhne mit sich und begann sich zu betrüben und zu verzagen. 38 Da sagte er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!
(Fid. Orth. iii. 23.) Oder anders; Alle Dinge, die von ihrem Schöpfer noch nicht ins Dasein gebracht wurden, haben ein natürliches Verlangen nach Existenz und meiden von Natur aus das Nichtsein. Gott das Wort also, nachdem Er Mensch geworden war, hatte dieses Verlangen, durch das Er Speise, Trank und Schlaf begehrte, wodurch das Leben erhalten wird, und gebrauchte sie natürlicherweise und mied umgekehrt die Dinge, die das Leben zerstören. Daher hatte Er in der Zeit Seines Leidens, das Er freiwillig erduldete, die natürliche Furcht und Trauer vor dem Tod. Denn es gibt eine natürliche Furcht, mit der die Seele vor der Trennung vom Körper zurückschreckt, wegen jener engen Sympathie, die vom Schöpfer aller Dinge von Anfang an eingepflanzt wurde.