
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
36 Darauf kam Jesus mit ihnen an ein Gehöft namens Getsemani und sagte zu den Jüngern: Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm Petrus und die beiden Zebedäussöhne mit sich und begann sich zu betrüben und zu verzagen. 38 Da sagte er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!
(de Trin. x. 10.) Ich nehme an, dass es einige gibt, die hier keinen anderen Grund für Seine Furcht anführen als Sein Leiden und Seinen Tod. Ich frage diejenigen, die so denken, ob es vernünftig ist, dass Er zu sterben fürchtete, der von den Aposteln alle Furcht vor dem Tod verbannte und sie zum Ruhm des Martyriums ermahnte? Wie können wir annehmen, dass Er Schmerz und Trauer im Sakrament des Todes empfand, der die, die für Ihn sterben, mit Leben belohnt? Und welche Todesqualen konnte Er fürchten, der aus freier Wahl Seiner eigenen Macht zum Tod kam? Und wenn Sein Leiden Ihm Ehre bringen sollte, wie konnte die Furcht vor Seinem Leiden Ihn traurig machen?